Was ist Hypnose und wie sicher ist sie?

Hintergründe und Zusammenhänge

Es gibt so viele Mythen über die Hypnose und manche machen vielleicht sogar Angst. Doch woher kommen die Mythen? Wird Hypnose vielleicht schon in der Wissenschaft erforscht? Was passiert in der Hypnose? Bin ich wirklich willenlos?

Diese Fragen erkunde ich in diesem HypnoWalk.

Begleiten Sie mich und erfahren Sie, was Hypnose ist, was bei der Hypnose passiert, woher die Mythen der Hypnose kommen und wie Hypnose in der Wissenschaft erforscht wird.

Und vor allem: wie sicher ist Hypnose?

Dies ist die ungekürzte Fassung.

Wie immer erhalten Sie in der ungekürzten Fassung unzensierte Tipps und Einsichten. Die gekürzte Fassung folgt.

Was ist Hypnose?

Das ist ein Thema, das ich vor allem als Hypnotiseur immer wieder gefragt werde „Was ist das eigentlich, Hypnose?“ Nun, gestern habe ich auf YouTube noch Vorträge gesehen und da wurde ganz konkret vor Hypnose gewarnt, wie gefährlich das sei. Und zwar stammten die Warnungen aus einer Zeit von vor über 100 Jahren, wurden von einer Frau ausgesprochen, die extrem religiös war und die selbst keine wirkliche Vorstellung von dem hatte, was Hypnose ist. Über Hypnose bestehen immer noch ganz viele Mythen, genauso wie sie schon vor über hundert Jahren existierten.

Und diese Mythen gehen auf ein Buch zurück, das Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde. Und zwar war der Titel Trilby, ein Roman von George du Maurier, geschrieben 1894. In diesem Buch geht es darum, dass eine zwielichtige Gestalt namens Svengali, durch irgendwelche Mentaltechniken eine Frau, Trilby, unter ihre Kontrolle bringt. Am Ende löst sich das dann alles wieder auf diese zwielichtige Gestalt kommt meines Wissens um. Die Frau findet zu ihrer wahren Liebe zurück. Dieses Buch war der Ursprung für diese ganzen Mythen über Gedankenkontrolle, Gehirnwäsche und ähnliche Aspekte, die immer wieder gerne mit der Hypnose in Verbindung gebracht werden.

Hypnose und Trance als Arbeitszustände des Gehirns

Dabei ist Hypnose selbst zunächst einmal nichts anderes als einer von ganz vielen verschiedenen Arbeitszuständen unseres Gehirns. Wenn ich sage Arbeitszustand, dann heißt das so viel wie eine Gruppe von verschiedenen Prozessen, die involviert sind, wenn unser Gehirn bestimmte Daten verarbeitet, wenn es in einem bestimmten Kommunikationszustand ist. Diese Zustände nennt man auch „veränderte Bewusstseinszustände“. Diese verschiedenen Zustände, das ist nicht nur Hypnose. Das Wort, mit dem so ein veränderter Bewusstseinszustand beschrieben wird, das ist Trance.

Trance ist also ein veränderter Bewusstseinszustand. Vielleicht kennen Sie das auch, dass Trance ganz häufig synonym mit Hypnose verwendet wird. Dabei ist Hypnose erst mal einer von verschiedenen Arbeitszuständen, Bewusstseinszuständen, veränderten Bewusstseinszuständen und damit auch eine Trance. Allerdings gibt es so viele verschiedene veränderte Bewusstseinszustände, so viele verschiedene Arbeitszustände unseres Gehirns, dass zwar jede Hypnose eine Trance ist, aber nicht jede Trance ist eine Hypnose.

Ebenfalls synonym mit Hypnose wird häufig „hypnotische Trance“ verwendet. Das trifft eher zu.

Hypnose in der Wissenschaft

Hypnose ist ein Zustand, der schon seit langem erforscht wird. Medizinische und psychologische Forschung geht über 100 Jahre zurück. Zum Ende des 19. Jahrhunderts, in den 80er, 90er Jahren, war Hypnose State-of-the-Art. In der Psychologie beschäftigten sich sehr viele mit Hypnose. Es gab die berühmten Schulen von Nancy und Paris, die teilweise ganz andere Auffassungen von Hypnose vertraten und sich auch gegenseitig nicht wirklich leiden konnten. Wie das im akademischen Bereich immer wieder der Fall ist, wenn man unterschiedlicher Meinung ist. Dann mag man sich nicht. Wir haben das aktuell ebenfalls in der „Corona-Krise“. Verschiedene Akademiker und Professoren sind unterschiedlicher Meinung und dann beschimpft man sich, diskreditiert sich gegenseitig im Fernsehen, in der Presse, anstatt zu schauen, wie man gemeinsam die Probleme bewältigen kann. Das war also vor 120 Jahren nicht viel anders.

Sigmund Freud beispielsweise hat ebenfalls als Hypnosetherapeut, als Hypnotiseur, angefangen und aus der Hypnose seine Psychoanalyse entwickelt. Man kann vielleicht sogar sagen, dass die moderne Psychotherapie sich aus der Hypnosetherapie entwickelt hat. Nun ist aber Hypnosetherapie nicht das gleiche wie Hypnose, sondern die Anwendung von Hypnose im therapeutischen Kontext.

Hypnose im Alltag

Hypnose ist einer von verschiedenen Arbeitszuständen unseres Gehirns, in denen bestimmte Bereiche unseres Gehirns aktiver sind und andere sind weniger aktiv. Ein Aspekt, der sich zeigt, ist, dass wir normalerweise wir gar nicht merken, wenn wir in Hypnose sind. Hypnose ist so alltäglich für uns, dass wir gar nicht merken, wenn wir selbst in diesen hypnotischen Zustand hineingehen.

Es gibt verschiedenste Situationen, wenn wir in Hypnose sind. Das kann sein, wenn wir ein Buch lesen, wenn wir einen Film sehen oder wenn wir Autofahren. Das kann zum Beispiel auch sein, wenn jemand in der Kirche ist oder in einer Art Gottesdienst und dem Prediger oder dem Pfarrer zuhört. Diese Menschen sind häufig auch in Hypnose. Dann auf Massenveranstaltungen. Es gibt also sehr viele verschiedene Möglichkeiten.

Hypnose und Flow

Wieder andere Aspekte der Hypnose, wieder andere Anwendungen zum Beispiel, andere Situationen, die Sie vielleicht auch kennen ist, wenn Sie ganz konzentriert arbeiten. Sie konzentrieren sich dermaßen, dass Sie alles andere ausblenden, Sie nehmen gar nicht wahr, wie um Sie herum irgendetwas geschieht und Sie merken auch gar nicht wie die Zeit vergeht und Sie haben keinen Hunger und plötzlich sind zwei, drei Stunden vorbei und Sie sind völlig erstaunt, wie die Zeit vergangen ist, weil Sie es gar nicht gemerkt haben.

Diesen Zustand, den kennen wir auch als Flow. Also Flow ist tatsächlich ein hypnotischer Zustand. Jetzt vor ein paar Tagen erzählte mir eine Freundin ganz aufgeregt, sie sei das erste Mal im Flow gewesen bei der Arbeit und dann habe ich sie gefragt, ob für sie das so ähnlich war, wie Hypnose und dann hat sie mich völlig erstaunt angeschaut und gesagt: „Das war genauso. Das war genauso wie, wenn ich in Hypnose bin!“

So kennen wir Hypnose aus den verschiedensten Alltagssituationen. Und so verschiedene Aspekte der Hypnose sind also zum Beispiel, dass das Zeitgefühl verschwindet. Man merkt nicht wie die Zeit vergeht, man hat keinen Hunger mehr, man ist stark konzentriert auf eine einzige Sache, man blendet alles andere aus, und dann kommen noch andere Aspekte hinzu, dass man sich das woran man gerade denkt, woran man arbeitet, dass man sich das bereits so vorstellt, als ob es real sei. Das passiert zum Beispiel, wenn mir Bücher lesen, wenn wir einen Film sehen, wenn wir in das Geschehen eintauchen.

Der innere Kritiker

Ein anderer Aspekt der Hypnose, der sie charakterisiert, ist, dass unser innerer Kritiker ist weg oder viel ruhiger. Sie kennen diesen Kritiker wahrscheinlich selbst. Das ist dieser Kritiker, der alles Mögliche in Frage stellt: „Kann das denn sein?“ „Ist das so richtig?“ „Habe ich das verdient?“ „Darf ich das?“ Der, der dafür sorgt, dass alles was bei uns an Sinneseindrücken reinkommt, sei es in Form von Ereignissen, sei es in Form von Texten, Gerede, der das alles hinterfragt und auch unsere eigenen Handlungen ständig hinterfragt, dieser Kritiker, der ist in der Hypnose still. Das ist ungefähr so, als hätte der sich irgendwo hingesetzt und macht etwas anderes.

In einer Hypnose ist unser Kritiker also still. Er ist ruhig. Idealerweise ist er in der Hypnose gar nicht da und dadurch kommen wir mit anderen Bereichen unseres Gehirns Bewusstseins in Kontakt und können so Dinge erreichen, Dinge verändern, die wir normalerweise nicht verändern können, weil dieser Kritiker immer wieder im Weg ist. „Du darfst dich nicht ändern!“ „Du wirst manipuliert!“, und, und, und.

Wiederentdeckung der Hypnose

Hypnose wird schon seit vielen Jahren vielen, vielen Jahrzehnten erforscht. Wie ich eben sagte, ist vermutlich die moderne Psychotherapie aus der Hypnosetherapie heraus entstanden, ist an allerdings zunächst einmal von der Psychoanalyse abgelöst worden außerdem bekam sie einen zweifelhaften Ruf, der durch dieses Buch „Trilby“ ausgelöst wurde, wo man glaubte, dass mit Hypnose Menschen manipuliert würden, marionettenartig manipuliert würden. Nichtsdestotrotz ist aber die Hypnose nie wirklich verschwunden. Sigmund Freud hat zwar dafür gesorgt, dass sie erstmal von der Bildfläche verschwand, für einige Zeit, von der offensichtlichen Bildfläche, aber es wurde immer noch weiter daran gearbeitet, weiterhin geforscht.

Hypnose im Militär

Und zum Beispiel wurde sie in den Weltkriegen immer wieder sehr interessant, weil zum Beispiel sich herausstellte, ich glaube, das war im Zweiten Weltkrieg, und zwar war das der Arzt Wollberg, der im Zweiten Weltkrieg herausfand, dass „Shell Shock“ oder „Battle Fatigue“ eine von diesen beiden Konditionen, das ist das was wir heute als posttraumatisches Stresssyndrom (PTBS/PTSD) kennen,[1] das wurde so in dieser Art zunächst einmal bei Soldaten, die in schweren Gefechten waren, oder die in schwere Kampfhandlungen involviert waren, beobachtet, und da stellte sich heraus, dass man diesen Soldaten mit Hypnosetherapie relativ schnell und unkompliziert helfen konnte. Wohlgemerkt: relativ. D.h. im Vergleich zu den Methoden, die damals sonst zur Verfügung standen, konnte man ihnen mit Hypnosetherapie relativ einfach und schnell helfen, so dass sie auch wieder am normalen Leben teilnehmen konnten.

Hypnose an den Universitäten

Und seitdem Wollberg – ich schaue noch einmal nach, ob es wirklich Wollberg war – und seitdem wird Hypnose auch tatsächlich erforscht. Da gibt es Arbeiten von Stanford, von Harvard. In Stanford ist Herbert Spiegel[2] – jetzt weiß ich nicht, ob das der Vater oder der Sohn war, aber Vater und Sohn, beide Nachnamen sind Spiegel, waren oder sind noch aktiv schon seit Jahrzehnten in die Hypnoseforschung involviert. Von Oxford[3] gibt es das „Manual of Hypnosis“ glaube ich das ist der Titel.

Und an verschiedenen anderen Universitäten wird seit Jahrzehnten an Hypnose geforscht und gearbeitet. Bereits in den Fünfzigerjahren wurde Hypnosetherapie offiziell als Heilmethode den USA zugelassen und auch in Deutschland ist Hypnosetherapie eine zugelassene Psychotherapiemethode. Wie ich an anderer Stelle schon sagte, ist Hypnosetherapie die Anwendung von Hypnose, nicht Hypnose selbst.

Hypnosetiefe

Ein wichtiger Aspekt der Hypnose ist, dass wenn es um Hypnose geht, wird häufig darüber diskutiert, wie wichtig die Tiefe der Hypnose ist. Dabei gibt es zwar von verschiedenen Universitäten, von Harvard, von Stanford, Hypnotisierbarkeitsskalen, wo versucht wurde das in eine bestimmte Messbarkeit zu überführen, die allerdings etwas schwierig im Alltag einzusetzen sind.

Suggestion und Suggestibilität

Eine Sache, die passiert, wenn wir in Hypnose sind und dieser Kritiker wird leiser und tritt immer weiter zurück, ist, dass wir leichter in der Lage sind neue Ideen aufzunehmen und das nennt man suggestibel. Suggestibilität bedeutet, dass wir leichter in der Lage sind Suggestionen aufzunehmen. Eine Suggestion ist übersetzt eine Idee, ein Vorschlag. Der Hypnotiseur gibt dem Hypnotisierten einen Vorschlag, eine Idee, und wenn der Hypnotisierte diese dann hört, dann ist er in Hypnose leichter in der Lage diese Suggestion zu überprüfen, anzunehmen und zu entscheiden, ob er die haben möchte. Diese Fähigkeit, oder dieser Zustand, wird häufig mit Leichtgläubigkeit verwechselt, was allerdings etwas völlig Unterschiedliches ist. Suggestibel ist nicht das gleiche wie leichtgläubig.

Womit man so was „suggestibel“ viel besser vergleichen kann, ist, dass das jemand „coachbarer“  ist. Das heißt, je nach Thema kennt man das aus dem Sport, da gibt es den Sportcoach oder den Life-Coach, den Business-Coach und der hilft einem sein Verhalten zu optimieren. So, was der Coach macht, er gibt Anregungen, er beobachtet, analysiert mit dem Klienten zusammen, gibt Anregungen, Suggestionen. Und in Abhängigkeit vor allem auch von einem inneren Kritiker ist der Klient entweder leichter oder schwerer in der Lage dazu neue Anregungen, neuen Ideen anzunehmen, auszutesten. Und je leichter jemand in der Lage ist diesen Ideen Raum zu geben, diese Ideen anzunehmen, sie zu prüfen, desto coachbarer ist er. Und genau das ist gemeint, wenn wir von suggestibel reden.

In Hypnose sind wir also leichter dazu in der Lage, neue Ideen aufzunehmen, neue Ideen zu testen und sie gegebenenfalls in unsere Handlungen, in unseren Alltag, in unser Verhalten zu integrieren, weil der Kritiker nicht ständig dazwischenfunkt und alles zerredet und schlecht macht.

Genau das passiert in der Hypnose. Und das macht die Hypnose zu einem der wirkungsvollsten Werkzeuge, die wir haben um uns selbst zu optimieren, um unser Verhalten zu optimieren, zu verändern und der Mensch zu werden, der wir sein wollen.

Hypnose und Grundüberzeugungen

Nur, selbst wenn der Kritiker nicht da ist, wenn der ruhig ist, wenn er still ist, heißt das noch lange nicht, dass wir jede Suggestion einfach so annehmen. Denn es zeigt sich immer wieder, dass Suggestionen, die gegen die Grundüberzeugung des Hypnotisierten, des Klienten gerichtet sind, die werden zwar geprüft aber abgelehnt.

Wie ist das Gehirn involviert?

Was auch in Hypnose passiert, ist, dass wir mit dem Teil unseres Gehirns reden, der viel stärker durch Emotionen geprägt ist, der rational-analytische Teil unseres Gehirns ist ruhiger. Er ist nicht komplett weg, aber er ist ruhiger. Und dass andere Bereiche des Gehirns aktiver sind in denen die Emotionen eine größere Rolle spielen das ist der Teil, der auch immer wieder als das Unterbewusstsein bezeichnet wird, und das Bewusstsein als der rational-analytische Teil, der uns bewusst ist. Tatsächlich weiß niemand genau, was ist jetzt das Unterbewusstsein und was ist das Bewusstsein.

Unser Gehirn hat verschiedene Prozesse. Und einige Prozesse sind uns bewusster und andere sind und unbewusster. Und mit dem bewussten Teil wird gerne unser Frontallappen in Verbindung gebracht und mit den Emotionen wird gerne unser limbisches System in Verbindung gebracht. Aber es sind natürlich auch noch andere Teile unseres Gehirns involviert, die weder Frontallappen, noch limbisches System sind. Da gibt es zum Beispiel den Precuneus, der ist mit involviert. Dann ist noch der Cinguläre Cortex mit involviert. Und verschiedene andere Bereiche sind auch noch involviert, doch das sind so die wesentlichen Teile, die involviert sind in der Hypnose.

Das Eisbergmodell

Vielleicht ist dieses Eisbergmodell bekannt, wo gezeigt wird, hier der Teil 10%, der aus dem Wasser herausragt, das ist das Bewusstsein. Die 90%, die unter der Wasseroberfläche sind, das ist uns nicht bewusst. Ob diese Prozentzahlen so stimmen sei dahingestellt, denn vermutlich ist der Teil der uns bewusst ist, noch viel kleiner, vielleicht maximal 1% und der Teilt, der unbewusst verarbeitet wird, der an unserem Bewusstsein vorbeigeht, der beträgt vermutlich über 99%. Und es bestehen auch Vermutungen, dass vielleicht das Bewusstsein  gar nicht existiert, sondern immer nur ad hoc kreiert wird, erschaffen wird, wenn das Unterbewusstsein, oder wenn das Gehirn das braucht, was wir als Bewusstsein kennen.

Das Unterbewusstsein hört immer zu

Dabei geben wir natürlich dem Bewusstsein in unserem täglichen Leben die viel größere Bedeutung, weil es uns bewusst ist. Das ist der Teil, den wir mitbekommen, während der andere Teil, das Unterbewusstsein, den bekommen wir erst mal nicht mit, vermuten wir zumindest, so sagen wir zumindest. Denn unsere Gefühle sind uns ständig bewusst, in der einen oder anderen Form und die versuchen wir dann mit dem Bewusstsein zu erklären. Wir versuchen dem eine Bedeutung zu geben und diese Bedeutung ist in der Regel nicht das, was tatsächlich im Unterbewusstsein der tatsächliche Grund war.

Und ein Ansatz Hypnose zu erklären ist häufig, dass gesagt wird, wir sind dann näher mit unserem Unterbewusstsein in Kontakt. Wir reden dann direkt mit dem Unterbewusstsein. Das stimmt nicht so ganz, denn das Unterbewusstsein schläft nie. Das hört immer zu. Das ist immer dabei. Egal was wir sagen, das Unterbewusstsein hört immer zu. Egal was irgendjemand sagt, das Bewusstsein, das Unterbewusstsein, hört immer zu. Es immer da und trifft seine eigenen Bewertungen.

Die Macht des Unterbewusstseins

Das Besondere ist halt am Unterbewusstsein, dass das, was dort verankert ist, hat eine viel größere Tragweite hat, eine viel größere Schwere hat, sehr viel mehr Einfluss auf unser Verhalten. Wenn man zum Beispiel mit Verkäufern redet, dann sagen die einem ganz deutlich, man kann nur über Emotionen verkaufen. Unsere Entscheidung, alle unsere Alltagsentscheidungen, werden im Unterbewusstsein getroffen. Das Unterbewusstsein entscheidet, egal was das logische Bewusstsein sagt. Unser Bewusstsein ist letztlich dafür da, oder vielmehr eine Aufgabe unseres Bewusstseins ist es, zu erklären, was unser Unterbewusstsein sich da gerade wieder ausgedacht hat.

Da wir aber bewusst nicht mitbekommen, wie die Entscheidungswege unseres Unterbewusstseins sind, fällt uns die Erklärung oft nicht so leicht. Und hier kommt dann zum Beispiel die Hypnose ins Spiel. Denn mit der Hypnose können wir die kritischen Teile unseres Bewusstseins umgehen und direkt mit dem Unterbewusstsein in Kontakt treten und so Weichen neu stellen, so auch unsere Beweggründe, unsere richtigen Beweggründe erfahren. So können wir dann in Hypnose in Zusammenarbeit mit dem Unterbewusstsein neue Glaubenssätze, neue Verhaltensmuster, neue Gewohnheiten etablieren.

Das was ich jetzt hier so beschreibe und das was jetzt vielleicht so einfach klingt, ist natürlich viel Arbeit und erfordert unglaublich viel Vertrauen, denn in Hypnose sind wir zwar hoch suggestibel, sodass wir können neue Situation, neue Ideen annehmen, prüfen. Aber das Unterbewusstsein nimmt nicht jeden, vereinfacht gesagt, jeden „Scheiß“ an. Es passt ganz genau auf, was kommt denn da rein, was sind das denn für neue Ideen. Und die werden geprüft. Die werden allerdings auf einer anderen Ebene geprüft als in unserem Bewusstsein, in unserem analytisch logischen Bewusstsein.

Über Hypnose näher an uns selbst kommen

So ist also Hypnose eine Methode in direkteren Kontakt mit unserem Unterbewusstsein zu treten und so auch näher an uns selbst zu kommen, mehr über uns selbst zu erfahren, mehr über unsere eigenen Beweggründe zu erfahren und auch dann neue Ideen zu verankern und neue Gewohnheiten anzueignen. Und so wird dann Hypnose immer auch Persönlichkeitsbildung.

Und wenn wir uns effektive Trainer, effektive Coaches oder Therapeuten ansehen, vielfach ohne es zu wissen, arbeiten die ganz häufig mit Hypnose. Denn Hypnose ist die Methode, mit der wir ein optimaleres Verhalten erreichen können. Denn Hypnose ist die Methode mit der wir die Ziele erreichen können, die wir und setzen, die wir haben wollen.

Zwischenstand

Wenn ich das also zusammenfasse, Hypnose ist ein veränderter Bewusstseinszustand. Damit ist Hypnose eine Trance. Aber nicht jede Trance ist eine Hypnose. In diesem veränderten Bewusstseinszustand ist unser innerer Kritiker ruhiger, stiller, und auch unser rational analytisches Denken ist herabgefahren.

Dafür treten die Bereiche unseres Gehirns mehr in den Vordergrund, die wir mit den Emotionen in Verbindung bringen. Dadurch dass der Kritiker nicht mehr so aktiv ist, werden wir suggestibler. Suggestibler bedeutet, dass wir in der Lage sind neue Ideen leichter anzunehmen, zu prüfen. Suggestibel ist also das, was wir auch als coachbar bezeichnen können. Wir sind leichter in der Lage uns zu verändern, neue Glaubenssätze und neue Ideen anzunehmen.

Hypnose ist einer von verschiedenen Arbeitszuständen unseres Gehirns. Wie ich eben sagte, ein veränderter Bewusstseinszustand. Und diesen Arbeitszustand den kennen wir aus den verschiedensten Situationen, ohne dass es uns oft bewusst ist, dass es sich um Hypnose handelt. Einer der bekanntesten Zustände, der sehr große Überschneidungen mit der Hypnose hat, ist der Flow. Wenn wir im Flow sind, wenn wir uns auf eine einzige Sache konzentrieren, wenn wir alles andere ausblenden, wenn wir das Zeitgefühl verlieren, wenn wir nicht merken, wie wir Hunger haben, oder dass wir Hunger haben und völlig erstaunt sind, wenn zwei, drei Stunden vergangen sind, und vielleicht auch gar nicht gemerkt haben, dass noch andere Leute um uns herum waren, wenn wir völlig in unserer kleinen Welt sozusagen waren.

Hypnose wird schon seit Jahrzehnten erforscht, auch an herausragenden, berühmten Universitäten wie Stanford und Harvard. Von Oxford gibt es sogar ein Textbuch, das sich nur mit Hypnose beschäftigt. Und gleichzeitig besteht immer noch Unsicherheit darin, was Hypnose eigentlich ist.

Alles, was ich beschreiben kann, ist das was ich im Alltag aus meiner Arbeit mit Klienten kenne, wie sich Hypnose zeigt. Aber wie sich in den Wissenschaften zeigt, ist Hypnose erst einmal von einem normalen bewussten Zustand nicht wirklich unterscheidbar. Dass man vielleicht auf alpha-Wellen geht, wenn man Gehirnscans macht, kann in der Hypnose vorkommen, muss aber nicht vorkommen.

Hypnose und Manipulation

Ein Aspekt, der ganz wichtig ist, unabhängig davon, wie Hypnose nun funktioniert, ein Aspekt ist ganz wichtig. In Hypnose ist niemand ausgeliefert, ist niemand manipulierbar, wie ich das auch immer wieder meinen Klienten erkläre. Jeder entscheidet in der Hypnose, ob er die Suggestion annimmt oder nicht. Das rational-analytische Denken ist vielleicht ausgeschaltet, herabgefahren, der Kritiker ist vielleicht nicht da, aber das Unterbewusstsein ist nicht dumm. Das Unterbewusstsein weiß genau, was gut für einen ist und was nicht gut für einen ist. Und in der Hypnose selbst prüft das Unterbewusstsein zunächst ganz genau, ob die Suggestionen denn gut für einen sind oder nicht, ob man sich ändern möchte, oder nicht ändern möchte und entscheidet dann.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, dass man keine Hypnose braucht, um zu manipulieren, denn das ist die größte Angst von vielen „ich werde durch Hypnose manipuliert“. Wir werden täglich mit so vielen Informationen bombardiert, von denen natürlich viele an unserem Kritiker vorbei in unser Unterbewusstsein reingehen. Aber das ist nicht unbedingt Hypnose.

Manipulation und Angst

Wenn man sich das genauer anguckt, wie wir manipuliert werden, spielt häufig Angst eine Rolle. Wir werden in einen Angstzustand versetzt, der dafür sorgt, dass unser Kritiker weg ist. Wir sind in einem Panikmodus und dann nehmen wir leichter Suggestionen an, die uns vielleicht nicht gut tun. Wir sind auch leichter bereit, Versicherung zu kaufen, dann sind wir leichter bereit auf unsere Rechte zu verzichten, dann sind wir leichter bereit Repressalien zu akzeptieren, die wir in einem nicht-Angstzustand niemals akzeptieren würden. Insofern ist dieser Modus natürlich ähnlich wie Hypnose, weil das rationale Denken wird ausgeschaltet, der Kritiker ist weg, aber im Vergleich zur Hypnose wird das dadurch erreicht, dass durch Angst ein Panikmodus erzeugt wird und dann gehen wir in einen von drei Reaktionsmodi, weglaufen, kämpfen oder versteigern. Das sind die 3 Gefahrenmodi mit denen wir auf Gefahr, auf Angst reagieren und dann sind wir auch sehr leicht steuerbar.

In der Hypnose ist der kritische Faktor, ist der Kritiker weg, das rational-analytische Denken ist auch weg, allerdings wird dies durch Vertrauen, durch Sicherheit erreicht. Wer sich sicher fühlt, wer vertraut, wer sich sicher ist, wer sich seiner sicher ist, der ist viel leichter bereit, Suggestionen zu prüfen, suggestibel zu sein, coachbar zu sein. Einem Coach vertrauen wir. Deswegen übernehmen wir seine Vorschläge, seine Suggestionen. Genauso ist das in der Hypnose. Nur dann, wenn eine wirklich gute Vertrauensbasis aufgebaut ist zwischen Klienten und Hypnotiseur, nur dann ist tatsächlich Hypnose möglich. Wenn wir in einen Zustand wie den Flow-Zustand gehen, dann ist das auch in den Situationen, in denen wir uns sicher fühlen. In einer Gefahrensituation wären wir in einem anderen Modus, der ähnlich ist wie Hypnose, aber wir würden uns definitiv nicht sicher fühlen und das ist ein sehr wichtiger Aspekt der Hypnose, dass wir uns sicher fühlen.

Placebo

Einen Hypnose-Aspekt, eine Hypnose-Anwendung kennen wir ebenfalls: Das ist der Placebo-Effekt. Der Placebo-Effekt ist, wenn mir etwas Bestimmtes erwarten und es tritt dann wahrscheinlich ein. Wenn der Arzt uns sagt: „Nehmen Sie das, dann werden Sie gesund“, dann vertrauen mit dem Arzt. Wir haben zu dem Arzt eine Vertrauensbasis. Den Arzt erkennen wir als eine Autorität an. (Nicht alle.) Wir erkennen also zum Beispiel den Arzt als Autorität an. Wir vertrauen dem Arzt. Wir würden nicht zum Arzt gehen, wenn wir dem nicht vertrauen würden. Andere gehen vielleicht zum Heilpraktiker, weil sie dem Heilpraktiker mehr vertrauen. Wichtig ist, dass eine Vertrauensbasis existiert und dass wir uns sicher fühlen, dass wir die betreffenden Personen als Autorität anerkennen. Dann geht der kritische Faktor auf Seite, dann geht der innere Kritiker auf Seite, das rational-analytische Denken tritt dann zurück und dann passiert Hypnose.

Hypnose in der Religion

Etwas Ähnliches passiert zum Beispiel in Kirchen und anderen geistlichen Häusern, Tempeln und was auch immer der Name des entsprechenden Gotteshauses ist, je nach Religion. Wenn der Prediger etwas sagt, wenn wir religiöse Menschen sind, vertrauen wir dem Prediger. Wir vertrauen dem, was er sagt, dass er genau weiß, worum es geht und durch dieses Vertrauen unser Kritiker geht dann auf Seite. Unser analytisches Denken tritt auf Seite. Und so kann dann zum Beispiel dieser Prediger einen hypnotischen Zustand bei uns erzeugen. So gehen wir dann in Hypnose.

In jeder Form von Gottesdienst, egal welche Religion, in einer Arzt-Situation, bzw. Heilpraktiker-Situation, in einer Lehrer-Schüler-Situation, überall dort tritt auf Basis des Vertrauensverhältnisses, dessen, dass man sich sicher fühlt, dass sich der Klient sicher fühlt, durch dieses Setting wird die Basis erzeugt, die dazu führt, dass Hypnose passieren kann. Und das ist anders, als wenn wir durch Angst dafür sorgen, dass wir in einen Panikmodus geraten, wo dann auch unser Unterbewusstsein die Führung übernimmt, aber dann die erstbesten Maßnahmen ergreift, während in Hypnose überprüft das Unterbewusstsein, was an neuen Ideen reinkommt und je glaubwürdiger die andere Person ist, je mehr Vertrauen dort ist, desto leichter nimmt der Klient entsprechenden Suggestionen an.

Suggestibilität und Erfolg

Ein für viele vielleicht überraschender Aspekt: Die erfolgreichsten Menschen, die wir kennen, das wären dann zum Beispiel die großen Firmenlenker. Nehmen wir nur als ein Beispiel Steve Jobs. ich vermute, Steve Jobs war nie bei einem Hypnotiseur. Aber, nur er als Beispiel, er hatte ein ungeheures Gespür für wie Menschen funktionieren, wie man verkauft, was für Innovationen oder Erfindungen bei den Käufern ankommen.

Und er ist nur ein Beispiel dafür. Da sind so viele andere, die ebenfalls massiv erfolgreich sind. Und was diese Menschen auszeichnet, ist, dass sie höchst suggestibel sind. Ihr Unterbewusstsein ist sozusagen ständig kritisch dabei, neue Strömungen, neuen Input aufzusaugen, aufzusammeln und dann in neue Konzepte zu überführen.

Zusammenfassung

Hypnose ist einer von verschiedenen Arbeitszuständen unseres Gehirns. Diese kennt man auch unter der Bezeichnung Trance. Damit ist Hypnose eine Trance, aber nicht jede Trance ist eine Hypnose. Hypnose zeichnet sich dadurch aus, dass der innere Kritiker zurücktritt, dass das analytisch-rationale Denken zurückgefahren wird und das emotionale Denken, der emotionale Teil unseres Bewusstseins, den wir als Unterbewusstsein kennen, mehr nach vorne tritt.

In der Hypnose geschieht das durch Vertrauen, Vertrauen und Sich-sicher-fühlen und dadurch bereit zu sein, diesen Schutzwall des Kritikers zurückzufahren. Im Gegensatz zu anderen Situationen, wo der Kritiker und das logische Denken durch Angst und Panik ausgeschaltet werden. Das ist natürlich verwandt mit Hypnose, aber es ist keine Hypnose.

In der Hypnose sind wir suggestibler als im normalen Wachbewusstsein. D.h. wir sind eher in der Lage neue Ideen wahrzunehmen, neue Ideen auszuprobieren und diese, sofern sie mit unseren Wünschen, unseren Vorstellungen, unseren Werten übereinstimmen, auch anzunehmen.

Hypnose selbst ist ein Zustand, ein Arbeitszustand unseres Gehirns und Anwendungen von Hypnose wären dann Hypnose-Coaching und Hypnosetherapie. Natürlich auch Showhypnose und es gibt auch noch medizinische Hypnose.

Hypnose im Alltag kommt zum Beispiel vor beim Placebo-Effekt, kommt zum Beispiel vor beim Flow, wenn wir im Flow sind, und kommt zum Beispiel auch vor – das habe ich eben gar nicht erwähnt – Hypnose im Alltag kommt auch vor in Gebeten.

Keine Angst vor der Hypnose

Das heißt, wenn Sie zu einem Hypnotiseur gehen, sei es ein Coach oder Hypnosetherapeut, dann können Sie davon ausgehen, dass die Hypnose nur dann funktioniert, wenn Sie das auch tatsächlich wollen. Ein Hypnotiseur kann Ihnen natürlich Suggestionen geben, die Sie nicht wollen, aber diese Suggestion werden Sie dann nicht annehmen. Diese Suggestionen werden einfach verpuffen. Und daraus ergibt sich dann auch, dass wenn man zum Hypnotiseur geht, keine Angst vor Manipulation zu haben braucht. Denn Hypnose kann nichts erreichen, was nicht ohne Hypnose erreichbar ist, und Hypnose selbst funktioniert nur dann, wenn Sie dem Hypnotiseur oder der Hypnotiseurin vertrauen.

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In diesem Sinne bleibt gesund.

Bis zum nächsten Mal.

[1] Im 1. WK wurde „Kampfneurose“ mit Hypnotherapie behandelt (Hatfield, 1920; Brown, 1921), Im 2. WK wurde Kriegsneurose /PTBS mit analytischer Hypnose behandelt (Watkins, 1949; Wolberg, 1945)

[2] Herbert Spiegel (1914-2009) Professor für Psychiatrie an der Columbia University, David Spiegel (1945), Professor für Psychiatrie in Stanford

[3] The Oxford Handbook of Hypnosis: Theory, Research, and Practice

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund!

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